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Umsteigen leicht gemacht Bahnhöfe & Züge Nachhaltig & sicher

Mobilitätsprojekte sind auf Schiene

Grosses Interesse bei Informationsabend in Brixen

v.l.: Detaillierte Informationen lieferten Ausserdorfer, LR Mussner, LH Kompatscher, Dejaco, Burger
Die Riggertalschleife, das neue Mobilitätszentrum und das angepeilte Fahrplan-Gesamtkonzept im lokalen Bahnverkehr standen im Mittelpunkt des Informationsabends, der am 11. September im Brixner Forum vor gut 200 Interessierten stattfand und der von der STA in Zusammenarbeit mit den Bezirksgemeinschaften organisiert worden war.
Schnell, pünktlich, bequem, umweltfreundlich und preisgünstig – Die Eisenbahn in Südtirol soll künftig vor allem eines sein: die bessere Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto. Dies unterstrichen Landeshauptmann Arno Kompatscher und Mobilitätslandesrat Florian Mussner am 11. September bei einem Info-Abend in Brixen, an dem 200 Interessierte teilnahmen. Auf den hohen Stellenwert der Eisenbahn im öffentlichen Nahverkehr und auf das damit verbundene Potenzial verwiesen auch die Präsidenten der Bezirksgemeinschaften  Walter Baumgartner (Eisacktal) und Karl Polig (Wipptal) sowie der Brixner Bürgermeister Peter Brunner, der Direktor der Landesabteilung Mobilität Günther Burger und der Direktor der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) Joachim Dejaco.

"Wir stehen vor einem grundlegenden Wandel der Mobilität; es gilt, die Grundsätze zu ändern, weg vom motorisierten Verkehr hin zu einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten Mobilität, die unsere Lebensqualität langfristig sichert", unterstrich Landeshauptmann Kompatscher. "Große Mobilitätsprojekte wie die Elektrifizierung der Vinschger Bahn, der Ausbau der Bahnlinie Meran-Bozen oder wie die Riggertalschleife und das Mobilitätszentrum sind mit erheblichen Investitionen verbunden, deswegen ist es wichtig, sie von Beginn an den Bürgern umfassend vorzustellen", erklärt der Landeshauptmann. Zentrale Herausforderungen sei es, Mobilität intelligent zu gestalten, so Kompatscher. "Verkehr soll wo immer möglich vermieden werden, etwa indem wir Wohnmöglichkeiten, Dienste und Arbeit vor Ort anbieten", betonte er. "So viel Verkehr wie möglich soll auf Bus, Bahn und alternative Verkehrsmittel verlagert werden. Zudem müssen wir öffentliche Verkehrsmittel weiter qualitativ verbessern und vernetzen sowie neue, emissionsfreie Mobilitätsmittel fördern", fasste der Landeshauptmann das Mobilitätskonzept des Landes zusammen.
Was das Bahnfahren anbelangt, kann das Land eine sehr positive Bilanz vorweisen: "In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Entwertungen an der Südtiroler Bahnhöfen um 50 Prozent angestiegen – im Raum Eisack- Wipptal betrug der Zuwachs allein in den letzten zwei Jahren  24 Prozent. Während 2001 nur 30 Prozent der Südtiroler den Zug nutzen, sind es heute bereits die Hälfte aller Südtiroler", berichtete Mussner. Um noch mehr Menschen fürs Bahnfahren zu gewinnen und um die dafür notwendigen Kapazitäten zu schaffen, gibt es ein umfassendes Paket an Maßnahmen, von denen ein Teil bereits in die Wege geleitet ist. Zwei Ziele stehen dabei laut Landesrat Mussner im Vordergrund: Zum einen sollen schnellere, zusätzliche und attraktivere Zugverbindungen für die längeren Strecken geschaffen werden etwa durch die Riggertaler Bahnschleife oder den Brennerbasistunnel. "Zum anderen wollen wir den täglichen Staus entgegen wirken, indem wir in Stadtnähe weitere neue Haltestellen errichten, wie beispielsweise in Schabs und Vahrn, oder auch in St. Jakob/Leifers“,  unterstrich Mussner.

Günther Burger, Direktor der Landesabteilung Mobilität, erläuterte das künftige Fahrplan-Gesamtkonzept, wonach das Bahnangebot auch im Eisacktal weiter verdichtet und den steigenden Nutzerzahlen angepasst werden soll. "Die Fahrgäste können in Zukunft am Bahnhof Brixen, außerhalb der Wartungslücke, alle halbe Stunde einen Regionalzug in Richtung Bozen, Sterzing oder Bruneck nutzen und haben zu Stoßzeiten alle Viertelstunde einen Zug nach Bozen, um dem weiter steigenden Fahrgastaufkommen gerecht zu werden“  erklärte Burger. Bei der Neukonzipierung des Gleisplans werde auch darauf geachtet, dass das Umsteigen stets am selbem Bahnsteig erfolgen kann.
Die technischen Details zu den Projekten stellte STA-Direktor Joachim Dejaco vor. "Mit der Riggertalschleife wird nicht nur das untere Pustertal sondern der gesamte Brixner Raum mobilitätstechnisch weiter aufgewertet." Der Bahnhof Brixen soll laut Dejaco nicht nur funktional deutlich verbessert und zu einer intermodalen Drehscheibe werden, sondern soll auch optisch eine vorbildliche Visitenkarte für Brixen und für das Eisacktal sein. Wichtig sei laut STA-Präsident Martin Ausserdorfer, die Gemeinden, die Bürger und Anrainer von Anfang an mit einzubinden; deshalb werden in nächster Zeit weitere Info-Versammlungen stattfinden.

Riggertalschleife 
Mit dem Bau der Riggertalschleife, einer 3,5 Kilometer langen Bahnverbindung zwischen Schabs und der Brennerbahnlinie, soll die Pustertalbahn direkt mit dem Bahnhof Brixen verbunden werden und so für die Fahrgäste des Pustertals eine Zeitersparnis von rund 15 Minuten sowie Direktverbindungen nach Brixen und Bozen bringen. Zusätzlich sind zwei neue Haltestellen, in Schabs und in Vahrn, geplant.
Im ersten Abschnitt verläuft die gewählte Trasse parallel zur Brennerautobahn, die dann durch einen bergmännischen 850 Meter langen Tunnel unterquert wird und bis zum Portal in der Nähe der bestehenden Brücke der Pustertaler Staatsstraße unterirdisch verläuft. Anschließend führt die Trasse entlang der Pustertaler Staatsstraße bis zum Knoten Natz/Schabs, wo eine neue Zughaltestelle vorgesehen ist. Im letzten Abschnitt wird die Pustertaler Staatsstraße unterquert, um den Abschluss am die bestehende Bahnlinie Franzensfeste-Innichen zu ermöglichen. In den Bau der Riggertalschleife, inkl. der Anpassung des Gleisplans Brixen werden rund 125 Millionen Euro investiert; davon seien 49 Mio. Euro vom Interministeriellen Ausschuss für Wirtschaftsplanung CIPE in Rom bereits zugesichert, den restlichen Teil der Kosten wird der italienische Schienennetzbetreiber RFI übernehmen. Die technischen Daten für den Bau wurden von der Landesregierung  kürzlich genehmigt. Im Jahr 2024 soll laut derzeitigem Planungsstand die neue Trasse befahrbar sein.
Mobilitätszentrum Brixen
Ein weiterer Meilenstein wird das neue Mobilitätszentrum am Bahnhof Brixen sein, für den die Planung bereits weit fortgeschritten und die Finanzierung über EFRE-Gelder gesichert ist. Das gesamte Bahnhofsareal  soll neu strukturiert werden und ein rasches und unkompliziertes Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln erleichtern. Ein verkehrsberuhigter Bahnhofsplatz soll die gesamte Zone zusätzlich aufwerten und soll eine Visitenkarte Brixens für ankommende Gäste werden. Die Arbeiten sollen innerhalb 2019 abgeschlossen sein.

Die Präsentation kann hier nachgelesen werden. Und hier geht's zum Video.