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Elektrifizierung der Vinschger Bahnlinie

Projekt wird den Gemeinden vorgestellt

V.l.: STA-Direktor Joachim Dejaco, LR Florian Mussner und STA-Präsident Martin Ausserdorfer
Halbstundentakt, eine deutlich höhere Kapazität und Direktzüge bis Bozen – Das bringt die Elektrifizierung der Vinschger Bahnlinie in den kommenden Jahren. Das Konzept für diesen „neuerlichen Quantensprung für die Vinschger Bahn“ haben Landesrat Florian Mussner und die Techniker der STA nun den Bürgermeistern der Anrainergemeinden vorgestellt. Wie Mussner und STA-Präsident Martin Ausserdorfer betonten, werde großer Wert auf ein gemeinsames Vorgehen, auf intensive Information und Kommunikation mit den Gemeinden, mit den Bürgern und mit der Tourismusbranche sowie auf die gemeinsame Abstimmung aller weiteren Schritte gelegt.
 
Die Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn im Jahr 2005 hat im Vinschgau und weit darüber hinaus eine neue Begeisterung für das Bahnfahren ins Rollen gebracht. „Jetzt ist es Zeit für einen nächsten großen Schritt, um die Vinschger Bahn für die heutigen und künftigen Anforderungen zu rüsten“,  betonte Landesrat Mussner. Mit zwei Millionen Fahrgästen pro Jahr sei die Kapazitätsobergrenze der Vinschger Bahn mehr als erreicht: Jede der elf dieselbetriebenen Zuggarnituren hat inzwischen mehr als 1 Mio. km abgewickelt und auch außerhalb der Spitzenzeiten ist die derzeitige Bahn kaum mehr imstande, das Fahrgastaufkommen zu bewältigen. „Mit längeren sechsteiligen, elektrobetriebenen FLIRT- Zügen, mit halbstündlichen Verbindungen und mit der Möglichkeit, die Züge schrittweise bis nach Bozen durchzubinden ergeben sich ganz neue Perspektiven“, so Mussner. Zudem bringe die Elektrifizierung eine CO2-Einsparung von 4,2 Mio. kg pro Jahr gegenüber dem heutigen Dieselbetrieb.
 
Bauarbeiten ab 2016 / Zeitweilige Bahnschließung 2017 und 2019 vorgesehen
 
Bereits im kommenden Frühjahr soll laut Joachim Dejaco, dem Direktor der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) mit den konkreten Arbeiten begonnen werden, viele Vorbereitungen seien bereits erfolgt. Erforderlich sind laut Dejaco u. a. die Verlängerung der Bahnsteige, die Errichtung von Unterführungen auf einigen Bahnhöfen, die Errichtung der Masten für die Oberleitung sowie die Begradigung eines Gleisabschnittes.
Für die Oberleitung wurde die Spannung von 25 kV 50 Hz gewählt, was heute ein europäischer Standard ist. Erforderlich ist weiters eine Umspannstation (Unterwerk) sowie zwei Notunterwerke, damit bei allfälligen Störungen ein Mindestbetrieb gewährleistet ist. Auch das Signalsystem wird erneuert: Mit dem europäischen System ETCS ist die Vinschger Bahnlinie für alle modernen Züge und für eine künftige Weiterentwicklungen gerüstet.  Die veranschlagten Gesamtkosten von 56 Mio. Euro beinhalten auch die Anpassung der derzeitigen Flirt-Züge  bzw. den Einbau des standardisierten europäischen Signalsystems und die Aufrüstung für die Spannung von 25 kV.
 
Aufgrund der sehr komplexen Arbeiten wird laut STA-Direktor Dejaco zweimal eine mehrwöchige Unterbrechung des Bahnverkehrs erforderlich sein, voraussichtlich in den Jahren 2017 und 2019. Aufbauend auf den Erfahrungen während der Modernisierungsarbeiten an der Pusterer Bahnlinie werde man ein Hauptaugenmerk darauf legen, während dieser Phase einen bestmöglichen Busersatzdienst anzubieten.